Text: , Wit­ten­berg, 1524.

Musik: En­chi­rid­ion (Er­furt: 1524).


Ach Gott, vom Himmel sieh’ darein
Und lass’ dich des erbarmen,
Wie wenig sind der Heil’gen dein,
Verlassen sind wir Armen:
Dein Wort man lässt nicht haben wahr,
Der Glaub’ ist auch verloschen gar
Bei allen Menschenkindern.

Sie lehren eitel falsche List,
Was eigen Witz erfindet,
Ihr Herz nicht eines Sinnes ist
In Gottes Wort gegründet;
Der wählet dies, der Ander das,
Sie trennen uns ohn’ alle Maas
Und gleissen schön von aussen.

Gott woll’ ausrotten alle Lahr,
Die falschen Schein uns lehren;
Dazu ihr’ Zung’ stolz offenbar
Spricht: Trotz, wer will’s uns wehren?
Wir haben Recht und Macht allein,
Was wir setzen das gilt gemein,
Wer ist der uns soll meistern?

Darum spricht Gott, Ich muss auf sein,
Die Armen sind verstöret,
Ihr Seufzen dringt zu mir herein,
Ich hab’ ihr’ Klag’ erhöret.
Mein heilsam Wort soll auf dem Plan,
Getrost und frisch sie greifen an
Und sein die Kraft der Armen.

Das Silber durch’s Feuer siebenmal
Bewährt, wird lauter funden:
Am Gottes Wort man warten soll
Desgleichen alle Stunden:
Es will durch’s Kreuz bewähret sein,
Da wird sein’ Kraft erkannt und Schein
Und leucht’t stark in die Lande.

Das wollst du, Gott, bewahren rein
Fuer deisem argen G’schlechte,
Und lass uns dir befohlen sein,
Das sich’s in uns nicht flechte,
Der gottlos’ Hauf’ sich umher findt,
Wo diese lose Leute sind
In deinem Volk erhaben.